![]() Das Biomassekraftwerks auf dem Gelände der Deponie Flörsheim-Wicker. |
Die günstige Verkehrslage der Deponie an der Bundesstraße 40 und nahe der Autobahn A 671 ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vorteilhafte Gewerbeansiedlung.
Vorhandene Infrastruktureinrichtungen auf dem Deponiegelände (wie Waage, Einrichtungen zur Wartung und Reparatur, Geräteeinsatz, Technikgebäude) können mitbenutzt werden.
Da bereits vor der Inbetriebnahme des Biomassekraftwerks 90.000 Tonnen Altholz in Wicker angeliefert wurden, gibt es durch das neu Kraftwerk nicht eine einzige Lkw-Fahrt zusätzlich. Durch die energetische Verwertung des aufbereiteten Holzes auf dem Deponiegelände entfallen jedoch zahlreiche Lkw-Fahrten auf der Bundesstraße 40 und dem nachgeordneten Straßennetz. Dadurch wird die Freisetzung von verkehrsbedingten Emissionen (Luftschadstoffe und Schall) vermindert.
Die Rhein-Main-Deponie GmbH hat sich als Betreiber der Deponie selbst zur Umsetzung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Abfallwirtschaft verpflichtet. Das Biomassekraftwerk ist ein weiterer Meilenstein zu diesem Unternehmensziel. Das Biomassekraftwerk wird von der MVV O & M GmbH betrieben.
Die Deponie Wicker im Umbruch: Rhein-Main-Deponiepark
In der Deponie Wicker wurden in 30 Jahren rund elf Millionen Kubikmeter Hausmüll oder hausmüllähnliche Abfälle verfüllt.
Noch in den siebziger Jahren hat man geglaubt, die Deponie eines Tages schließen und dann einen lauschigen Grillplatz darauf errichten zu können. Inzwischen wissen wir, dass die chemischen, biologischen und organischen Abbauprozesse der eingelagerten Abfälle über viele Jahrzehnte andauern. Die Konsequenz heißt für das 85 Hektar große Deponiegelände in Flörsheim-Wicker unter anderem: Im Anschluss an die Betriebsphase sind laut Gesetz mindestens 30 Jahre Nachsorge vorgeschrieben, die mehr als 100 Millionen Euro kosten wird. Danach wird geprüft, ob die Deponie aus der Nachsorge entlassen werden kann. Dabei wird der höchste ökologische Standard gefordert.
Zur endgültigen Gestaltung und Abdichtung der Deponie werden allein in den zehn Jahren nach Abschluss der Verfüllung im Jahr 2005 zehn Millionen Tonnen mineralische Baustoffe benötigt.
Wir halten es für sinnvoll, diese gesetzlich vorgeschriebenen Sanierungsmaßnahmen mit mineralischen Baustoffen auszuführen, die wir selbst gewinnen und herstellen.
Deshalb ist unsere langfristige Unternehmensstrategie die Schaffung eines Deponieparks mit verschiedenen Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen. Wir verfügen bereits über Anlagen zur Aufbereitung von
- Bauschutt
- Schlacke
- Altholz
Neben dem Biomassekraftwerk sind eine Bodenreinigungsanlage und eine Immobilisierungsanlage in der Planung und sollen kurzfristig realisiert werden.
Darüber hinaus sind auf dem Deponiegelände umfangreiche Ver- und Entsorgungsanlagen wie ein Deponiegaskraftwerk, eine Solaranlage, eine Sickerwasserreinigungsanlage und eine Grundwasserreinigungsanlage sowie Werkstätten und Betriebseinrichtungen vorhanden.
Im künftigen Rhein-Main-Deponiepark werden 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Umweltschutz arbeiten. Die Deponie Wicker wird damit ein ökologisch und ökonomisch interessanter Standort für Umwelttechnologie sein.
